Rückblick
Inhalt
- Schule und Verbandsarbeit
- Integrationslotsenausbildung
- Kooperation mit dem Paritätischen Bildungswerk
- Jugendgeschichtstag 2009
- Gedenkkultur und Migrationsgesellschaft
- Folklore 2009
- Anne Frank – eine Geschichte für heute – in Wiesbaden
- German-Israeli Exchange
- “Walk on water”, Israelischer Film
- History „Riehl-loaded“
- Erinnerungskultur in Wiesbaden
- „wo sich gestern, heute und morgen begegnen!“
- Die Schubladen müssen offen bleiben
- Projekttage Leibnizschule
- Krach gegen Rechts!
- Informationsstand am Israeltag
- Forum Spiegelbild
- Jüdische Kinder im Dritten Reich
- „BILD lesen“
- Jugendgeschichtstag Riehl-Schule
- Israelbegegnung
- Gedenken, gestern und heute, hier und dort
Gemeinsam mit vier anderen Mitgliedsverbänden des Stadtjugendrings Wiesbaden ist Spiegelbild am Modellprojekt “Schule und Verbandsarbeit” beteiligt.
Unterstützt von der Schuldezernentin Frau Roselore Scholz gibt es seit Herbst 2009 eine Angebotsmappe für alle Schulen in Wiesbaden, die Nachmittags AGs anbieten. Aus den verschiedenen Ideen soll gemeinsam mit einer einzelnen Schule ein Nachmittagsangebot entstehen, dass genau zur jeweiligen Schule passt und von den einzelnen Jugendverbänden, in diesem Fall Spiegelbild, veranstaltet wird.
Die Idee ist, ein Programm namens “Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage” anzubieten. Die Angebotsmappen gibt es im Büro von Spiegelbild (Kontakt: ) und beim Stadtjugendring.
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Integrationslotsenausbildung
Unser Jugendbildungsreferent hat gemeinsam mit dem Jugendbildungsreferenten des Stadtjugendrings die Ausbildung zum Integrationslotsen gemacht. Diese Fortbildung vom Hessischen Jugendring fand vom 11. September bis zum 13. November
in fünf Modulen statt. Neben der Steigerung der interkulturellen Kompetenz stand vor allem die Zusammenarbeit mit Migrantenselbstorganisationen (MSO) im Mittelpunkt dieser Ausbildung. Für die Öffnung von Spiegelbild zur Zielgruppe der Jugendlichen mit Migrationshintergrund war die Fortbildung sehr wesentlich. Unser Jugendbildungsreferent wird die Interkulturelle Öffnung des Stadtjugendrings als Vorstandsmitglied kritisch begleiten. Auch Spiegelbild wird weiterhin Projekte und Veranstaltungen machen, die Menschen verschiedener Herkunft ansprechen. Dabei sollen Kooperationen mit Moscheevereinen und MSO verstärkt werden.
Protokoll des Workshops am 12.11.2009
Kooperation mit dem Paritätischen Bildungswerk
Das Aktive Museum ist seit kurzem Mitglied im Paritätischen Bildungswerk Hessen. In Kooperation mit dem Hessen Campus Regionalstelle Rheingau-Taunus-Wiesbaden erarbeiten wir Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte der Berufsbildenden Schulen in der Region. Die in 2009 angefangene Kooperation wird in 2010 fortgeführt.
29. 10.2009, IGS Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule
Zum mittlerweile dritten Mal gestaltete die Jugendinitiative Spiegelbild einen Projekttag für die SchülerInnen und LehrerInnen der zehnten Klassen an der IGS Wilhelm-Heinrich-von-Riehl. Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit Ereignissen der Geschichte und ihrer Relevanz für heute.
Jugendgeschichtstag 2009
Präsentation der Workshop-Ergebnisse im Bürgerhaus Biebrich
Während die Jugendlichen sich inhaltlich in verschiedenen, selbst gewählten, Workshops in und außerhalb der Schule mit Geschichte(n) befassten, arbeiteten ihre LehrerInnen in einer Fortbildung des Aktiven Museums zur Jüdischen Geschichte Biebrichs. Es wurden Materialien vorgestellt, die sich mit jüdischem Leben und Alltag in Biebrich, also im direkten Umfeld der Schule, befassen.
Die Themen der Workshops wurden gemeinsam mit den KlassenlehrerInnen auf den Lehrplan abgestimmt. Die inhaltlichen und didaktischen Vorbereitungen oblagen den ReferentInnen von Spiegelbild.
Zur Auswahl für die Jugendlichen standen
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folgende Themen: •Vorurteile |
Die Workshops wurden von je zwei ReferentInnen von Spiegelbild moderiert. Am Ende des Tages gab es eine Präsentation der erarbeiteten Ergebnisse der SchülerInnen-Workshops wie der LehrerInnenfortbildung im Bürgerhaus Wiesbaden-Biebrich.
Wie in den Jahren zuvor zeigten die Jugendlichen eine große Bereitschaft, sich selbst mit ihren eigenen Vorstellungen einzubringen, was immer eine Bereicherung für die Workshops ist. Die Jugendlichen haben so die Möglichkeit, persönliche Bezüge zu den Themen herzustellen, was ihnen den Zugang erleichtern kann. Auch in der abschließenden Befragung sprachen sich die Jugendlichen dafür aus, solche Projekttage öfter zu veranstalten, weil sie großen Spaß hatten und sich freuten, viel gelernt zu haben.
Auch die LehrerInnen unterstrichen noch einmal in der abschließenden Auswertung, dass der Jugendgeschichtstag eine hervorragende Ergänzung zum Unterricht ist.
Sonntag, 20.09.2009, 16:00 Uhr – Kreativfabrik / Murnausstrasse 1 (gegenüber vom Schlachthof)
Gedenkkultur und Migrationsgesellschaft
Podiumsdiskussion
Moderation:
Margarete Goldmann (VHS-Wiesbaden, Vorstand)
Podiumsteilnehmer:
Luciano Becht (Aktives Museum Spiegelgasse),Carsten Schack (Schlachthof Wiesbaden), Samy Deluxe (Samy Deluxe), Gabi Reiter (Jugendzentrum, Galatea-Anlage, Wiesbaden), Michael Wilk (AKU)
Ein Konzert des populären Hamburger Rappers Samy Deluxe ist Anlass dieser Podiumsdiskussion. Deluxe ist Sohn eines sudanesischen Vaters und einer deutschen Mutter. Er hat im Text seiner neuesten Single “Dis is wo ich herkomm”, seinen Anspruch formuliert, gesellschaftliches Leben in Deutschland zu formen und dabei u.a. die Notwendigkeit der bisherigen Form der Erinnerung an die Shoa hinterfragt. Anlass genug darüber zu sprechen.

Veranstalter: Aktives Museums Spiegelgasse und Schlachthof-Wiesbaden PRESSE01 PRESSE02
Folklore 009
Beim diesjährigen Folklore Festival im neuen Kulturpark rund um den Schlachthof haben Jugendliche von Spiegelbild einen Informationsstand angeboten. Zum einen wurde wie im letzten Jahr auf die Schlachthoframpe als Erinnerungsort an die Deportation Wiesbadener Juden am 1.9. 1942 im Kontext des Kulturparks aufmerksam gemacht. Zum anderen wurde die Arbeit des Aktiven Museums vorgestellt. Der Stand war in einer gemeinsamen “Area” mit anderen Mitgliedsorganisationen des Stadtjugendrings wie beispielsweise der Wiesbadener Jugendkirche untergebracht.
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Anne Frank – eine Geschichte für heute – in Wiesbaden
und ein umfangreiches Begleitprogramm
(11.03.-12.06.2009)
PROGRAMM
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Die Geschichte Anne Franks wird in ihrer Bedeutung für unser heutiges Zusammenleben zum Thema in Wiesbaden gemacht. Ein interessantes Rahmenprogramm zu einer Ausstellung in Biebrich greift ein halbes Jahr lang Themen wie Freiheit, Gefangen-Sein, Aufwachsen, Verfolgung, Auswanderung, Abgrenzung und Rassismus, Träume und Konflikte auf. Die persönlichen Lebensgeschichten von Anne Frank, ihrer Familie und weiteren Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. In ihnen kristallisiert sich die europäische Geschichte in der Zeit vor, während und nach der Nazidiktatur. Der konkrete Alltag einer untergetauchten Familie macht die historischen Ereignisse vorstellbar.
Die Idee ist, Jugendliche, Organisationen und Lehrer bzw. Multiplikatoren über einen langen Zeitraum an das Thema „Anne Frank – eine Geschichte für heute“ zu binden.
In Kooperation mit dem Anne-Frank-Zentrum werden eine Lehrerfortbildung, eine Fortbildung für jugendliche AusbildungsbegleiterInnen und andere interessante Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung angeboten. Das Gremium, der von Spiegelbild koordinierte sogenannte Trägerkreis, organisiert ein großes und vielfältiges Begleitprogramm.
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German-Israeli Exchange
März 2009
Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse der Carl-von-Ossietzky-Schule haben eine Woche mit Gleichaltrigen aus der Partnerstadt Kefar Saba in Israel verbracht. Spiegelbild hat mit der Gruppe den Workshoptag “Path of Memory” veranstaltet. Zwei Mitarbeiter der Jugendinitiative gaben vier Kleingruppen jeweils eine Fotokamera und einen Forschungsauftrag: “Geht zu verschiedenen Orten der Erinnerung in Wiesbaden, fotografiert sie und diskutiert, wie an diesem Ort erinnert wird!” Die Jugendlichen gingen zum Michelsberg, zur Schlachthoframpe, zum Geschwister-Stock-Platz und zu Stolpersteinen. Ihre Ergebnisse präsentierten sie den anderen Kleingruppen per Beamer. Im Austausch kritisierte die Gruppe zum einen, dass die Umgebung der Erinnerungsorte oft “heruntergekommen” sei. So steht etwa neben der Stele am Geschwister-Stock-Platz der Altglas-Container und am Schlachthof ist die Umgebung des gesprühten Denkmals eine Baustelle. Andererseits betonten die Jugendlichen, dass es gut sei, wenn man verschiedene Möglichkeiten zur Erinnerung hat. Sie sagten, es sei gut, “mit dem Kopf und mit dem Herz” erinnern zu können. Man kann entscheiden, ob man an Denkmälern, Stolpersteinen oder Bildern stehen bleibt und sich intensiver mit der Geschichte beschäftigt oder das eben beim nächsten Mal macht. Spiegelbild hat die Gruppe aus Wiesbaden bereits im Januar auf diesen Austausch vorbereitet und wird auch bei der Vorbereitung der Fahrt nach Israel, die im Oktober stattfindet, involviert sein.
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“Walk on water”, Israelischer Film
2004, Regie: Eytan Fox
12. Oktober 2008, 10.00 Uhr “Schule im Kino”, Apollo Kinocenter, Moritzstr. 6
Im Rahmen der diesjährigen Dialogtage bietet die Jugeninitiative “Spiegelbild” für den Film “Walk on water” pädagogische Begleitung und Begleitmaterial für Lehrpersonen an.
History „Riehl-loaded“
28. Oktober 2008
Zweiter Jugendgeschichtstag an der Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule, Biebrich
Gemeinsam mit der Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule haben wir acht Workshops entwickelt, die den Bezug zwischen der allgemeinen Geschichte, der eigenen Geschichte und den Erfahrungen der Gegenwart herstellten. Die Workshops wurden in Kooperation mit “Vielfalt tut gut” in Biebrich, dem Nachbarschaftshaus, dem JUZ Biebrich und dem Heimatmuseum veranstaltet. Eine Gruppe Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 dokumentierte den Tag mit ganz besonderen Filmaufnahmen. Der Film, den diese Gruppe selbst schneiden und produzieren wird, ist noch in diesem Jahr in Biebrich zu sehen.
History „Riehl-loaded“ ist die Fortsetzung des erfolgreichen Jugendgeschichtstages von letztem Jahr. In diesem Jahr waren 110 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen der Riehl-Schule beteiligt, die es sehr genossen, sich in einer anderen Atmosphäre als dem Unterricht mit Geschichte beschäftigen zu können. Die Gruppen arbeiteten sehr intensiv unter der Anleitung von Referentinnen und Referenten von Spiegelbild. In Kleingruppen erarbeiteten sich die Jugendlichen bspw. die historischen Veränderungen, die mit der „Wende“ von 89/90 zusammenhängen. Andere waren begeistert von der Geschichte des Hip-Hop, der als soziale Bewegung auch mit dem Befreiungskampf der Afroamerikaner zusammenhängt. Besonders beliebt war das Thema Widerstand. Durch das Kennenlernen der „Weißen Rose“ konnten die Jugendlichen die Bedeutung von Zivilcourage während des Nationalsozialismus mit der Bedeutung von Zivilcourage für ihr Alltagsleben verknüpfen. Die Lust, sich mit den verschiedenen Themen auseinanderzusetzen, war in jedem Workshop deutlich spürbar. Es wurden zum Teil hervorragende Ergebnisse bei der Abschlusspräsentation im Bürgerhaus vorgestellt, wie in der Bildergalerie zu sehen ist. Der Dank der Schülerinnen und Schüler für die Referentinnen und Referenten war dementsprechend groß.
Besonders gut kam bei den Jugendlichen an, dass sich ihre Lehrerinnen und Lehrer zur gleichen Zeit wie sie mit der Bedeutung von Geschichte für heute beschäftigt haben. Sechs Lehrkräfte nahmen an einer Fortbildung teil, um die Begleitung einer Gedenkstättenfahrt vorzubereiten. Sie zeigten sich begeistert von neuen Ideen, um auch ihre Klassen auf die sensible Beschäftigung mit dem Holocaust vorzubereiten. Im nächsten Frühjahr werden alle 10. Klassen eine Gedenkstätte besuchen.
Für die Organisatoren war der Tag eine voller Erfolg, da Jugendlichen ein Zugang zu Geschichte geschaffen werden konnte. An einem exemplarischen Thema erlebten die Teilnehmenden, dass scheinbar weit entfernte Ereignisse mit ihnen und ihrem Zusammenleben heute zu tun haben. Spiegelbild bietet Jugendgeschichtstage für alle Schulformen in Wiesbaden an.
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Erinnerungskultur in Wiesbaden – entdecken und erleben!
18. September 2008, Schulze-Delitzsch-Schule, Klasse 10BKc
Die Klasse setzte sich heute mit der Erinnerungskultur in Bezug auf deutsch-jüdische Geschichte in Wiesbaden auseinander. Nach einem Einstieg in das Thema (be)suchten Kleingruppen mit unterschiedlichen Arbeitsaufträgen verschiedene Orte des Erinnerns in Wiesbaden: die Schlachthoframpe, den Geschwister-Stock-Platz, den Michelsberg sowie Stolpersteine und setzten sich intensiv mit ihnen auseinander. Was ist hier passiert? Ist das ein adäquater Ort des Erinnerns? Wie reagieren andere Menschen? …
Ihre Diskussionen, Ergebnisse und offenen Fragen dokumentierten sie mit Fotos und in schriftlicher Form, um diese am Ende des Tages den anderen Gruppen zu präsentieren. Die SchülerInnen waren bei der Vorstellung ihrer Arbeiten sehr offen, es wurde viel diskutiert und versucht zu erforschen, was die Geschichte mit jedem Einzelnen in der „Jetztzeit“ zu tun hat. Von einem Schüler wurde dazu gesagt, dass er seine Lehre daraus ziehe; es sei alles nicht so selbstverständlich, denn Gesetze könnten auch anders eingesetzt werden und wir würden die Verantwortung für das, was jetzt passiert, tragen.
Die Schülerinnen und Schüler fanden es gut, Geschichte einmal anders, mit Spaß zu erleben, man könne sich Informationen besser merken, wenn man sie sich selbst erarbeitet.
„wo sich gestern, heute und morgen begegnen!“
29. bis 31. August 2008, Kultur- und Freizeitpark im Salzbachtal
Bei Folklore 008 hat Spiegelbild gemeinsam mit der Kreativfabrik den „Aussichtsturm“ angeboten. Der Turm stand am Rande des Festivalgeländes, auf der ehemaligen Schlachthoframpe.
Während der Fahrt auf einer Hebebühne konnten sich Festivalgäste über die Geschichte des Schlachthofes und der Viehverladerampe informieren und gleichzeitig Planungen für die Zukunft dieses Ortes kennen lernen. Die Rampe war Ort von mindestens einer Deportation Wiesbadener Juden am 1. September 1942. Ein Plakat am Michelsberg machte auf die Aktion und auf die Rampe als Begegnungsort von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufmerksam.
Die Macher des Aussichtsturms wollten das Neben- und Miteinander von Erinnerungskultur und Jugendkultur an diesem Ort erlebbar machen. Im Gespräch auf zehn Meter Höhe wurde die Erinnerung an die Deportation durch das gesprühte Denkmal lebendig und auch die Geschichte der Wiesbadener Graffitikultur und der Initiative für den Kultur- und Freizeitpark erzählt. Durch Bilder aus verschiedenen Epochen konnten sich die ca. 850 „Fahrgäste“ einen lebhaften Eindruck von der Dynamik des Geländes machen. Die „Chauffeure“ waren allesamt engagierte junge Wiesbadenerinnen und Wiesbadener. Sie hoben hervor, wie spannend es für sie war, sich mit den verschiedenen Facetten des Ortes auseinanderzusetzen. Die Entwicklung des Geländes sei für sie eine Art Gegenentwurf zu den nationalsozialistischen Verbrechen, die hier stattfanden. Heute trägt das Engagement Jugendlicher zu einer vielfältigen Kulturlandschaft bei. Gerade die Kreativfabrik, die Räume für Initiativen, 20 Proberäume und einen Veranstaltungssaal für 150 Personen anbietet, ist das beste Beispiel hierfür.
Schon im nächsten Jahr wird hinter der Schlachthofhalle der zweite Teil des Parkgeländes entstehen und noch mehr Raum für Jugendkultur bieten. Die Rampe wird als Gedenkort ein fester Bestandteil des Kultur- und Freizeitparks bleiben.
Die Schubladen müssen offen bleiben
13. Juni 2008, Workshop bei Kubis im Westend
Eine Gruppe Nachhilfeschülerinnen und Nachhilfeschüler von Kubis im Westend sollte spielerisch für den Umgang mit Vorurteilen sensibilisiert werden. Der Workshop begann mit Assoziationsspielen. Vorurteile sollten gesammelt und in eine Schublade gelegt werden. In einem nächsten Schritt nahm eine der Begleiterinnen ein Vorurteil aus der Schublade und die Gruppe diskutierte über ihre eigenen Erfahrungen mit Vorurteilen. Die Jüngeren hatten Schwierigkeiten, Vorurteile exakt zu benennen. Den Älteren fiel es leichter, Formulierungen und eigene Erfahrungen zu finden. An einem Liedbeispiel diskutierte die Gruppe, ob die Vorurteile, über die sich der Sänger beschwerte, zutreffen oder nicht. Am Ende stimmten nur Teile der Gruppe überein, dass die Schubladen mit unseren Vorurteilen offen bleiben sollten. Nur einigen gelang der Transfer von gehörten zu eigenen Vorurteilen. In Zukunft wird Spiegelbild den Workshop für eine homogene Altersgruppe anbieten und die Gruppe länger auf den intensiven Austausch vorbereiten.
Projekttage Leibnizschule
9. bis 12. Juni 2008
Klasse 9b der Leibnizschule: Faschismus, Sprache und Gewalt
Die Klasse erarbeitete sich Definitionen von Faschismus, hörte Sprachbeispiele von national-sozialistischer Propaganda und lernte bei einem Rundgang jüdisches Leben in Wiesbaden kennen. Anfangs marschierten die Schülerinnen und Schüler fröhlich in Reih und Glied mit. Am Ende der vier Tage diskutierten sie, wie anfällig Menschen für verachtende Propaganda sind. Die Jugendlichen erarbeiteten in Kleingruppen Standpunkte zu Hassreden. In Gesprächsrunden tauschten sie sich über Orte in Wiesbaden aus, zu denen sie einen neuen Bezug erhalten haben. Die Aktualität des Themas wurde vor allem in der Abschlussdiskussion deutlich, bei der die Aktivitäten der Wiesbadener NPD verurteilt wurden.
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Krach gegen Rechts! (26. und 27. Mai 2008)
Diskussion mit jungen Migranten im offenen Treff des Jugendzentrums in Kastel aus Anlass der NPD-Veranstaltung Ende Mai
Festzuhalten gilt, dass sich diese jungen Wiesbadener (leider waren nur Jungs beim Gespräch dabei) mit Migrationshintergrund sehr wohl Gedanken zur deutsch-jüdischen Geschichte machen. Sie haben aufgrund ihrer eigenen „Mehrfachkultur“ eine Sensibilität für den Umgang mit Identität, Ausgrenzung und anderen Kulturen. Im Gespräch erklärten die Jugendlichen, dass sie im Grunde dankbar seien, in Deutschland leben zu dürfen. Sie danken den Deutschen für ihre Gastfreundschaft. Hier könnten sie eine gute Bildung erhalten, arbeiten, was sie möchten, so sein, wie sie wollen. Natürlich gebe es schlechtere Chancen für Migranten und Ausgrenzung erleben sie auch. Einige sehen hierfür aber auch die Migranten in der Verantwortung. Sie würden sich manchmal abgrenzend verhalten, was wiederum Deutsche abschrecke. Aber nur wenige seien so aggressiv, wie die Medien dies hochschaukelten. Dennoch glauben unsere Gesprächspartner, wenn die „Mischung“ zwischen Deutschen und Nichtdeutschen größer wäre, hätte die NPD weniger Chancen. Ein weiterer interessanter Punkt sei, dass die Deutschen so ein kompliziertes Verhältnis zu sich, ihrem Land und ihrer Geschichte hätten. Als Türke, Marokkaner oder Italiener sei es viel leichter, sich positiv mit dem Heimatland zu identifizieren. Die Deutschen trügen ihre Geschichte wie ein schlechtes Gewissen mit sich herum, auch die jungen. Wenn die positive Identifikation mit dem eigenen Land schwerfalle, bleibe nur die Abgrenzung gegenüber „den anderen“. Ein junger Marokkaner fasste seine Meinung in einem Bild zusammen: „Deutsche Geschichte ist wie eine Frau, eine Frau, die du sehr geliebt hast. Du musst jedoch mit der Erfahrung leben, dass sie dich verlassen hat. Du lebst jetzt und musst neue Erfahrungen machen. Die Deutschen hängen an der Frau und belasten sich mit der schlimmen Erinnerung.“
Informationsstand am Israeltag der Jüdischen Gemeinde in Wiesbaden (8. Mai 2008)
Gemeinsam mit dem Amt für Soziale Arbeit, Abteilung Internationale Jugendarbeit, haben wir uns und vor allem den deutsch-israelischen Jugendaustausch vom letzten Jahr vorgestellt. Auch in diesem Jahr findet der Austausch statt. Vom 27. August bis zum 13. September ist eine Gruppe junger Israelis in Wiesbaden zu Gast.
Falls ihr Interesse habt, meldet euch bei
Forum Spiegelbild
13. April 2008, 23. April 2008, 2. Juli 2008, 26. Juli 2008
Jüdische Kinder im Dritten Reich
„Warum Lilo nicht mehr in die Schule gehen durfte!“
Zeitzeugengespräch in der Reduit im Rahmen des Kindercampus, 28. März 2008
Gemeinsam mit Fr. Wagner-Bona veranstalteten wir ein Zeitzeugengespräch mit Lilo Günzler, die als Kind in Frankfurt am Main den Holocaust überlebte. Die Gruppe war relativ jung, was aber nicht so schwierig war wie angenommen. Selbst Sieben- und Achtjährige konnten dem Gespräch mit Lilo Günzler aufmerksam folgen. Neun- bis Elfjährige aus der Gruppe hatten erstaunlich viele Kenntnisse über die Zeit des Krieges und des Nationalsozialismus. Sie stellten viele Fragen nach den Lebensumständen im Versteck und nach der Befreiung von Fr. Günzler. Die Kinder erhielten zunächst einen historischen Überblick, lernten also die Zeit kennen, in der Fr. Günzler lebte. Erst danach folgte das Gespräch mit der Zeitzeugin. Zum Abschluss der „Vorlesung“ fragten die Kinder viel zum Judentum und zu den verschiedenen Bräuchen. Einige sagten, es sei die beste Vorlesung des gesamten Kindercampus gewesen, derart waren sie gefesselt von Fr. Günzlers Geschichte.
„BILD lesen“ (8. November 2007)
Serdar Somuncu zeigt sein Programm anlässlich des Gedenktages zur Reichspogromnacht im Schlachthof Wiesbaden
Der türkischstämmige Kabarettist Serdar Somuncu ließ kein gutes Haar an der Bild-Zeitung vom 8. November. Das Programm ist jeden Abend improvisiert und soll den Sexismus und die Menschenverachtung der Bild karikieren. Gewürzt wird jeder Auftritt mit einem lokalen Bezug. Doch an diesem Abend gab der Wiesbadener Kurier nicht viel her, was zum Spott des Künstlers gereicht hätte. Die stärksten Momente hatte Somuncu, als er dem Publikum die eigene Tatenlosigkeit in Bezug auf Rassismus und Rechtsextremismus vor Augen führte. Er bezog sich dabei auf die jüngsten Wahlen in der Schweiz und in Österreich. Bei historischer Menschenverachtung wie dem Nationalsozialismus sei die Bestürzung groß, aktuelle menschenverachtende Politik rufe wenig Betroffenheit hervor.Bekannt geworden war der Schauspieler und Kabarettist durch die entlarvenden Aufführungen von „Mein Kampf“ und Goebbels` „Sportpalastrede“. Deshalb hatten wir ihn zu diesem Gedenktag nach Wiesbaden eingeladen. Das Aktive Museum und seine Jugendinitiative möchten auch in Zukunft aktive und zum Teil kontroverse Formen der Auseinandersetzung mit deutsch-jüdischer Geschichte in Wiesbaden anregen. Dazu gehören auch derartige Kulturveranstaltungen. Etwa zweihundert zum großen Teil jüngere Gäste scheinen diesen Weg gutzuheißen.
Jugendgeschichtstag an der Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule in Wiesbaden-Biebrich (30. Oktober 2007)
Der erste Jugendgeschichtstag Wiesbadens war ein voller Erfolg. Jugendliche setzten sich mit Geschichte, mit ihrer Geschichte und deren Bezug zu ihrem Alltag auseinander. Eine ausführliche Dokumentation kann als Booklet bei Spiegelbild nachgefragt werden.
Israelbegegnung (6. bis 21. Oktober 2007)
Jugendbegegnung der Stadt Wiesbaden in Israel
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Gedenken, gestern und heute, hier und dort
2. bis 7. Juli 2007, Bildungsreise von Studierenden und Ehrenamtlichen des Aktiven Museums zur Erinnerungskultur in Frankreich in verschiedenen Generationen
Zu dieser Bildungsreise, die in Kooperation mit Arbeit und Leben Rheinland-Pfalz stattfand, ist eine ausführliche Dokumentation in der Geschäftsstelle des Aktiven Museums erhältlich.










