Sammlungen / Archiv
Seit seinem Bestehen hat das Aktive Museum Spiegelgasse diverse Sammlungen und Dokumentationen angelegt, die für seine Forschungen (Geschichte und Erinnerung) und seine pädagogische Bildungsarbeit wichtig und nützlich sind.
- das Foto- und Dia-Archiv
- Tondokumente – insbesondere Interviews mit Zeitzeugen
- Filme (Videos und DVDs) in eigener Produktion und Aufzeichnungen von für die Arbeit des Aktiven Museums Spiegelgasse relevanten TV-Beiträgen
- Datei der annähernd 1500 Shoa-Opfer aus Wiesbaden
- Sammlung von biographischen Dokumenten und Daten ehemaliger jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus Wiesbaden
- Sammlung der Korrespondenz mit ehemaligen jüdischen Bürgern Wiesbadens und deren Nachkommen
- Sammlung zu Nationalsozialismus, Widerstand und Verfolgung in Wiesbaden
- Dokumentation der öffentlichen Mahnmal-Diskussion in Wiesbaden und der Auseinandersetzung um eine zeitgemäße Erinnerungskultur
- Dokumentation von Veranstaltungen und Ausstellungen des Aktiven Museums Spiegelgasse
- Archivalien zu diversen Bereichen:
o jüdisches Leben bis zum Ersten Weltkrieg (z.B. Genisa Delkenheim um 1800 mit Schutzbrief und Recherche zum Genisa-Fund , PRESSE)
o Nachlässe (z.B. der Briefwechsel der Familie Frankel 1939-1942, die Korrespondenz von Oppenheimer mit dem Kaiser-Wilhelm-Institut Berlin)
o jüdische Firmen der Weimarer Republik (z.B. Zigarettenfabrik Keiles)
In der Aufbauphase des Aktiven Museums Spiegelgasse und noch Jahre danach hatten diese Sammlungen eher den Charakter einer „Ansammlung“. Dank städtischer Sondermittel (Namentliches Gedenken) seit 2003 und gezielter Drittmittel ist das Aktive Museum Spiegelgasse inzwischen in der Lage, diese Sammlung dauerhaft zu sichern und aufzubereiten. Dabei wird es vermehrt von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern unterstützt. Zum Durchbruch trug auch der im November 2007 gegründete Wissenschaftliche Beirat bei. Die Bearbeitung der Sammlungen wird sich über viele Jahre erstrecken. Ergebnisse sind umso schneller zu erwarten, je mehr neue fachkundige ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich engagieren und je mehr Drittmittel eingeworben werden können. Schrittweise will das Aktive Museum Spiegelgasse der Öffentlichkeit ein Archiv zur Verfügung stellen, das allen Interessierten von Nutzen sein kann, um zur Erinnerungskultur beizutragen.
Zu dem derzeitigen Stand der Bearbeitung der Sammlungen:
TONDOKUMENTE
Über viele Jahre wurden im Aktiven Museum Spiegelgasse Gespräche mit Zeitzeugen (Holocaust-Überlebenden und Widerstandskämpfern) aufgezeichnet. Diese Tondokumente (ca. 130 Stunden Interviews) wurden von einem professionellen Klangakustiker mit Unterstützung des Präsidiums der Hochschule RheinMain digitalisiert und restauriert. Ab Frühjahr 2010 stehen sie der pädagogischen Arbeit zur Verfügung und können auch verliehen werden.
Im September 2008 wurde mit der Produktion der Hörbuchreihe „Edition Zeugen einer Zeit” begonnen. Diese Edition setzt sich bewusst von der gängigen Form der Zeitzeugendokumentation ab. Die jeweils vollständige Lebensgeschichte eines Zeitzeugen wird betrachtet und der Focus nicht ausschließlich auf die erzwungene Zeit ihrer Verfolgung gesetzt.
Die Hörbücher erscheinen in loser Reihenfolge und können über die Geschäftsstelle des Aktiven Museums Spiegelgasse (Shop) oder im Buchahndel bestellt werden. Zurzeit liegen drei Hörbücher vor, und zwar mit Trude Simonsohn Info1, Arno Lustiger Info2 und Edgar Hilsenrath (Info3).
FOTODOKUMENTATION
Die umfangreiche Foto- und Dia-Sammlung zu historischen wie zeitgeschichtlichen Ereignissen jüdischen Lebens und jüdischer Familien wird digitalisiert und aufbereitet. Diese Sammlung basiert einerseits auf Überlassungen oder Schenkungen ehemaliger jüdischer Bürgerinnen und Bürger und deren Nachkommen, mit denen das Aktive Museum Spiegelgasse seit Jahren in Kontakt steht und die das Aktive Museum bei Besuchen in Wiesbaden betreut. Andererseits steht dem Aktiven Museum Spiegelgasse die Sammlung der Deportationsfotos von „Photo Rudolph“ zur Verfügung. Die Fotos werden personenbezogen identifiziert sowie zeitgeschichtlich ein- und zugeordnet. Damit entstehen zunächst knappe „biographische Skizzen“, die für Bildungsangebote nützlich und für weitere Forschung wichtig sind. Nach Abschluss eines Depositialvertrages wird die Sammlung sowohl über das Stadtarchiv Wiesbaden als auch über das derzeit entstehende Stadtmuseum Wiesbaden online zur Verfügung stehen.
| Beispiel: Fotos des ehemaligen Wiesbadeners Otto Decker |
DATENBANK der SHOA-OPFER
Als Ergebnis quellenkritischer Forschung hat das Aktive Museum Spiegelgasse eine Datenbank aller nach dem derzeitigen Informationsstand identifizierbarer Shoa-Opfer aus Wiesbaden angelegt. Auf der Grundlage der Datenbank „Namentliches Gedenken“, die das Stadtarchiv Wiesbaden seit 2003 aufbaut, haben Nachwuchswissenschaftlerinnen in zweijähriger Arbeit intensive und umfassende Recherchen in einschlägigen Archiven und Datenbanken des In- und Auslandes durchgeführt. Ausgewertet wurden außerdem die museumseigene Sammlung der Korrespondenzen mit ehemaligen jüdischen Bürgern Wiesbadens sowie die Protokollbücher der Landeshauptstadt Wiesbaden. Die Datenbank der Shoa-Opfer ist seit Juli 2008 abgeschlossen. Die Namen aller Ermordeten werden in die Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust am Michelsberg eingraviert. Diese Gedenkstätte wird derzeit am Ort der ehemaligen liberalen Synagoge von der Landeshauptstadt Wiesbaden errichtet. (siehe auch: Geschichte und Erinnerung )
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1. Preis des Wettbewerbs zum geplanten
Mahnmal am Michelsberg am
Standort der ehemaligen Synagoge
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Entwurf des Schriftbandes mit den Namen der Opfer für das geplante Mahnmal am Michelsberg
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