2008

Inhalt


Plakat Dialogtage 2008“Walk on water”, Israelischer Film, 2004
Regie: Eytan Fox
12. Oktober 2008, 10.00 Uhr “Schule im Kino”, Apollo Kinocenter, Moritzstr. 6

Im Rahmen der diesjährigen Dialogtage bietet die Jugeninitiative “Spiegelbild” für den Film “Walk on water” pädagogische Begleitung und Begleitmaterial für Lehrpersonen an.

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Jugendgeschichtstag 08History „Riehl-loaded“, 28. Oktober 2008
Zweiter Jugendgeschichtstag an der Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule, Biebrich

Gemeinsam mit der Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule haben wir acht Workshops entwickelt, die den Bezug zwischen der allgemeinen Geschichte, der eigenen Geschichte und den Erfahrungen der Gegenwart herstellten. Die Workshops wurden in Kooperation mit “Vielfalt tut gut” in Biebrich, dem Nachbarschaftshaus, dem JUZ Biebrich und dem Heimatmuseum veranstaltet. Eine Gruppe Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 dokumentierte den Tag mit ganz besonderen Filmaufnahmen. Der Film, den diese Gruppe selbst schneiden und produzieren wird, ist noch in diesem Jahr in Biebrich zu sehen.

History „Riehl-loaded“ ist die Fortsetzung des erfolgreichen Jugendgeschichtstages von letztem Jahr. In diesem Jahr waren 110 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen der Riehl-Schule beteiligt, die es sehr genossen, sich in einer anderen Atmosphäre als dem Unterricht mit Geschichte beschäftigen zu können. Die Gruppen arbeiteten sehr intensiv unter der Anleitung von Referentinnen und Referenten von Spiegelbild. In Kleingruppen erarbeiteten sich die Jugendlichen bspw. die historischen Veränderungen, die mit der „Wende“ von 89/90 zusammenhängen. Andere waren begeistert von der Geschichte des Hip-Hop, der als soziale Bewegung auch mit dem Befreiungskampf der Afroamerikaner zusammenhängt. Besonders beliebt war das Thema Widerstand. Durch das Kennenlernen der „Weißen Rose“ konnten die Jugendlichen die Bedeutung von Zivilcourage während des Nationalsozialismus mit der Bedeutung von Zivilcourage für ihr Alltagsleben verknüpfen. Die Lust, sich mit den verschiedenen Themen auseinanderzusetzen, war in jedem Workshop deutlich spürbar. Es wurden zum Teil hervorragende Ergebnisse bei der Abschlusspräsentation im Bürgerhaus vorgestellt, wie in der Bildergalerie zu sehen ist. Der Dank der Schülerinnen und Schüler für die Referentinnen und Referenten war dementsprechend groß.

Besonders gut kam bei den Jugendlichen an, dass sich ihre Lehrerinnen und Lehrer zur gleichen Zeit wie sie mit der Bedeutung von Geschichte für heute beschäftigt haben. Sechs Lehrkräfte nahmen an einer Fortbildung teil, um die Begleitung einer Gedenkstättenfahrt vorzubereiten. Sie zeigten sich begeistert von neuen Ideen, um auch ihre Klassen auf die sensible Beschäftigung mit dem Holocaust vorzubereiten. Im nächsten Frühjahr werden alle 10. Klassen eine Gedenkstätte besuchen.

Für die Organisatoren war der Tag eine voller Erfolg, da Jugendlichen ein Zugang zu Geschichte geschaffen werden konnte. An einem exemplarischen Thema erlebten die Teilnehmenden, dass scheinbar weit entfernte Ereignisse mit ihnen und ihrem Zusammenleben heute zu tun haben. Spiegelbild bietet Jugendgeschichtstage für alle Schulformen in Wiesbaden an.

PRESSE
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Erinnerungskultur in Wiesbaden – entdecken und erleben!
18. September 2008, Schulze-Delitzsch-Schule, Klasse 10BKc

Die Klasse setzte sich heute mit der Erinnerungskultur in Bezug auf deutsch-jüdische Geschichte in Wiesbaden auseinander. Nach einem Einstieg in das Thema (be)suchten Kleingruppen mit unterschiedlichen Arbeitsaufträgen verschiedene Orte des Erinnerns in Wiesbaden: die Schlachthoframpe, den Geschwister-Stock-Platz, den Michelsberg sowie Stolpersteine und setzten sich intensiv mit ihnen auseinander. Was ist hier passiert? Ist das ein adäquater Ort des Erinnerns? Wie reagieren andere Menschen? …

Ihre Diskussionen, Ergebnisse und offenen Fragen dokumentierten sie mit Fotos und in schriftlicher Form, um diese am Ende des Tages den anderen Gruppen zu präsentieren. Die SchülerInnen waren bei der Vorstellung ihrer Arbeiten sehr offen, es wurde viel diskutiert und versucht zu erforschen, was die Geschichte mit jedem Einzelnen in der „Jetztzeit“ zu tun hat. Von einem Schüler wurde dazu gesagt, dass er seine Lehre daraus ziehe; es sei alles nicht so selbstverständlich, denn Gesetze könnten auch anders eingesetzt werden und wir würden die Verantwortung für das, was jetzt passiert, tragen.

Die Schülerinnen und Schüler fanden es gut, Geschichte einmal anders, mit Spaß zu erleben, man könne sich Informationen besser merken, wenn man sie sich selbst erarbeitet. zurück


„wo sich gestern, heute und morgen begegnen!“
29. bis 31. August 2008, Kultur- und Freizeitpark im Salzbachtal

Bei Folklore 008 hat Spiegelbild gemeinsam mit der Kreativfabrik den „Aussichtsturm“ angeboten. Der Turm stand am Rande des Festivalgeländes, auf der ehemaligen Schlachthoframpe.

Während der Fahrt auf einer Hebebühne konnten sich Festivalgäste über die Geschichte des Schlachthofes und der Viehverladerampe informieren und gleichzeitig Planungen für die Zukunft dieses Ortes kennen lernen. Die Rampe war Ort von mindestens einer Deportation Wiesbadener Juden am 1. September 1942. Ein Plakat am Michelsberg machte auf die Aktion und auf die Rampe als Begegnungsort von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufmerksam.

Die Macher des Aussichtsturms wollten das Neben- und Miteinander von Erinnerungskultur und Jugendkultur an diesem Ort erlebbar machen. Im Gespräch auf zehn Meter Höhe wurde die Erinnerung an die Deportation durch das gesprühte Denkmal lebendig und auch die Geschichte der Wiesbadener Graffitikultur und der Initiative für den Kultur- und Freizeitpark erzählt. Durch Bilder aus verschiedenen Epochen konnten sich die ca. 850 „Fahrgäste“ einen lebhaften Eindruck von der Dynamik des Geländes machen. Die „Chauffeure“ waren allesamt engagierte junge Wiesbadenerinnen und Wiesbadener. Sie hoben hervor, wie spannend es für sie war, sich mit den verschiedenen Facetten des Ortes auseinanderzusetzen. Die Entwicklung des Geländes sei für sie eine Art Gegenentwurf zu den nationalsozialistischen Verbrechen, die hier stattfanden. Heute trägt das Engagement Jugendlicher zu einer vielfältigen Kulturlandschaft bei. Gerade die Kreativfabrik, die Räume für Initiativen, 20 Proberäume und einen Veranstaltungssaal für 150 Personen anbietet, ist das beste Beispiel hierfür.

Schon im nächsten Jahr wird hinter der Schlachthofhalle der zweite Teil des Parkgeländes entstehen und noch mehr Raum für Jugendkultur bieten. Die Rampe wird als Gedenkort ein fester Bestandteil des Kultur- und Freizeitparks bleiben.Bildergalerie PRESSE  zurück


Die Schubladen müssen offen bleiben
13. Juni 2008, Workshop bei Kubis im Westend

Eine Gruppe Nachhilfeschülerinnen und Nachhilfeschüler von Kubis im Westend sollte spielerisch für den Umgang mit Vorurteilen sensibilisiert werden. Der Workshop begann mit Assoziationsspielen. Vorurteile sollten gesammelt und in eine Schublade gelegt werden. In einem nächsten Schritt nahm eine der Begleiterinnen ein Vorurteil aus der Schublade und die Gruppe diskutierte über ihre eigenen Erfahrungen mit Vorurteilen. Die Jüngeren hatten Schwierigkeiten, Vorurteile exakt zu benennen. Den Älteren fiel es leichter, Formulierungen und eigene Erfahrungen zu finden. An einem Liedbeispiel diskutierte die Gruppe, ob die Vorurteile, über die sich der Sänger beschwerte, zutreffen oder nicht. Am Ende stimmten nur Teile der Gruppe überein, dass die Schubladen mit unseren Vorurteilen offen bleiben sollten. Nur einigen gelang der Transfer von gehörten zu eigenen Vorurteilen. In Zukunft wird Spiegelbild den Workshop für eine homogene Altersgruppe anbieten und die Gruppe länger auf den intensiven Austausch vorbereiten.  zurück


 Projekttage Leibnizschule - 9. bis 12. Juni 2008
Klasse 9b der Leibnizschule: Faschismus, Sprache und Gewalt

Die Klasse erarbeitete sich Definitionen von Faschismus, hörte Sprachbeispiele von national-sozialistischer Propaganda und lernte bei einem Rundgang jüdisches Leben in Wiesbaden kennen. Anfangs marschierten die Schülerinnen und Schüler fröhlich in Reih und Glied mit. Am Ende der vier Tage diskutierten sie, wie anfällig Menschen für verachtende Propaganda sind. Die Jugendlichen erarbeiteten in Kleingruppen Standpunkte zu Hassreden. In Gesprächsrunden tauschten sie sich über Orte in Wiesbaden aus, zu denen sie einen neuen Bezug erhalten haben. Die Aktualität des Themas wurde vor allem in der Abschlussdiskussion deutlich, bei der die Aktivitäten der Wiesbadener NPD verurteilt wurden. zurück


Krach gegen Rechts! (26. und 27. Mai 2008)
Diskussion mit jungen Migranten im offenen Treff des Jugendzentrums in Kastel aus Anlass der NPD-Veranstaltung Ende Mai

Festzuhalten gilt, dass sich diese jungen Wiesbadener (leider waren nur Jungs beim Gespräch dabei) mit Migrationshintergrund sehr wohl Gedanken zur deutsch-jüdischen Geschichte machen. Sie haben aufgrund ihrer eigenen „Mehrfachkultur“ eine Sensibilität für den Umgang mit Identität, Ausgrenzung und anderen Kulturen. Im Gespräch erklärten die Jugendlichen, dass sie im Grunde dankbar seien, in Deutschland leben zu dürfen. Sie danken den Deutschen für ihre Gastfreundschaft. Hier könnten sie eine gute Bildung erhalten, arbeiten, was sie möchten, so sein, wie sie wollen. Natürlich gebe es schlechtere Chancen für Migranten und Ausgrenzung erleben sie auch. Einige sehen hierfür aber auch die Migranten in der Verantwortung. Sie würden sich manchmal abgrenzend verhalten, was wiederum Deutsche abschrecke. Aber nur wenige seien so aggressiv, wie die Medien dies hochschaukelten. Dennoch glauben unsere Gesprächspartner, wenn die „Mischung“ zwischen Deutschen und Nichtdeutschen größer wäre, hätte die NPD weniger Chancen. Ein weiterer interessanter Punkt sei, dass die Deutschen so ein kompliziertes Verhältnis zu sich, ihrem Land und ihrer Geschichte hätten. Als Türke, Marokkaner oder Italiener sei es viel leichter, sich positiv mit dem Heimatland zu identifizieren. Die Deutschen trügen ihre Geschichte wie ein schlechtes Gewissen mit sich herum, auch die jungen. Wenn die positive Identifikation mit dem eigenen Land schwerfalle, bleibe nur die Abgrenzung gegenüber „den anderen“. Ein junger Marokkaner fasste seine Meinung in einem Bild zusammen: „Deutsche Geschichte ist wie eine Frau, eine Frau, die du sehr geliebt hast. Du musst jedoch mit der Erfahrung leben, dass sie dich verlassen hat. Du lebst jetzt und musst neue Erfahrungen machen. Die Deutschen hängen an der Frau und belasten sich mit der schlimmen Erinnerung.“


Informationsstand am Israeltag der Jüdischen Gemeinde in Wiesbaden (8. Mai 2008)

Gemeinsam mit dem Amt für Soziale Arbeit, Abteilung Internationale Jugendarbeit, haben wir uns und vor allem den deutsch-israelischen Jugendaustausch vom letzten Jahr vorgestellt. Auch in diesem Jahr findet der Austausch statt. Vom 27. August bis zum 13. September ist eine Gruppe junger Israelis in Wiesbaden zu Gast.

Falls ihr Interesse habt, meldet euch bei

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Forum Spiegelbild13. April, 23. April, 2. Juli und 26. Juli 2008


Jüdische Kinder im Dritten Reich – „Warum Lilo nicht mehr in die Schule gehen durfte!“
Zeitzeugengespräch in der Reduit im Rahmen des Kindercampus, 28. März 2008

Gemeinsam mit Fr. Wagner-Bona veranstalteten wir ein Zeitzeugengespräch mit Lilo Günzler, die als Kind in Frankfurt am Main den Holocaust überlebte. Die Gruppe war relativ jung, was aber nicht so schwierig war wie angenommen. Selbst Sieben- und Achtjährige konnten dem Gespräch mit Lilo Günzler aufmerksam folgen. Neun- bis Elfjährige aus der Gruppe hatten erstaunlich viele Kenntnisse über die Zeit des Krieges und des Nationalsozialismus. Sie stellten viele Fragen nach den Lebensumständen im Versteck und nach der Befreiung von Fr. Günzler. Die Kinder erhielten zunächst einen historischen Überblick, lernten also die Zeit kennen, in der Fr. Günzler lebte. Erst danach folgte das Gespräch mit der Zeitzeugin. Zum Abschluss der „Vorlesung“ fragten die Kinder viel zum Judentum und zu den verschiedenen Bräuchen. Einige sagten, es sei die beste Vorlesung des gesamten Kindercampus gewesen, derart waren sie gefesselt von Fr. Günzlers Geschichte.   zurück